Reise Bauernverein Plessur vom 4. und 5. August 2012

Quelle „Bünder Bauer“

 

Pünktlich um 6 Uhr starteten 45 Mitglieder mit Gion Christoffel von Christoffel Carreisen unsere Reise ab Chur in Richtung Wallis. Unser erster Zwischenhalt war die Raststätte Würenlos wo wir das Znüni oder Morgenessen einnahmen. Weiter ging die Reise via Bern, Freiburg und Bulle nach L’Etivaz.

 

Dort besichtigten wir einen sehr interessanten Alpkäsebergkeller. 72 Produzenten stellen auf ihren Alpen Käseleibe zwischen 22 kg bis 30 kg her. Um mehr Milch zu verkäsen sömmern sie auch Kühe aus dem Unterland. 1 bis 2 Mal pro Woche bringen sie den Käse in den Keller der Genossenschaft L’Etivaz. Dort wird er für 24 Stunden in ein Salzbad eingetaucht. Anschliessend wird er im Käsekeller alle 5 Tage von einem der 3 Roboter gewaschen und gewendet. Der Bergkeller hat eine Lagerkapazität von 30‘000 Laibe Käse. Frühestens nach 5 Monaten wird der Käse verkauft. Nach 2 Jahren müssen die Käse den Keller verlassen. Nur ein kleiner Teil wird 3 Jahre gelagert. Jeweils Ende Sommer wird der Käse jedes Produzenten gewogen und taxiert und je nach Qualität bezahlt. Um das AOC einzuhalten müssen verschiedene Auflagen erfüllt werden. Der Käse wird nur zwischen dem 10. Mai und 10. Oktober hergestellt. Die Alp muss mindestens 1000 m.ü.M liegen. Der Käse muss auf dem Holzfeuer produziert werden.

Nach der interessanten Besichtigung wurde uns ein Apéro spendiert, bei dem wir verschiedene Sorten Käse zur Degustation bereit standen. Das Mittagessen konnten wir ebenfalls dort geniessen. Uns wurde ein super Raclette serviert.

 

Gestärkt ging die Reise weiter auf den Cole des Mosses wo wir einen Kaffeehalt machten. Die Weiterfahrt führte und durch die wunderschöne Landschaft via Aigle-Martigny nach Sion. Das Wetter zeigte sich nachwievor von der besten Seite. Die Landschaft änderte gewaltig. Auf einmal sahen wir fast nur noch Rebberge. Dazwischen Aprikosen und Tomaten und berühmt berüchtigte Windräder.

 

In Sion besichtigten wir die Weinkellerei Giroud Vins. Der weltweit einmalige Bau wurde anfangs 2008 eingeweiht. Uns wurde erklärt, wo die Trauben angeliefert werden, bis hin zur Abfüllung. Wir sahen imposante Tanks von einem Fassungsvermögen von 40‘000 Liter bis zu 60‘000 Liter. Die Firma bezieht für den Verkauf auch Weine aus verschiedenen Regionen der Welt um ihren Kunden eine noch grössere Auswahl anbieten zu können. Sie verfügen über ein sehr grosses Sortiment in den verschiedensten Preisklassen. Die Weindegustation bestand aus vier verschiedenen Sorten Weinen und führte zu unterschiedlichen Meinungen, aber schliesslich waren wir auch unterschiedliche Weinkenner. Nachdem sich einige von uns das Sortiment im Weinkeller zu Hause noch etwas aufbesserten ging die Reise weiter.

 

Nun mussten wir nicht mehr lange fahren, bis wir unser Hotel erreichten. Nach dem Zimmerbezug stand nun das ersehnte Nachtessen auf dem Programm. Wir wurden mit einem 3 Gang-Menü verwöhnt. Wie lange dieses Nachtessen und die anschliessende Nachtruhe dauerte bleibt unser Geheimnis.

 

Am nächsten Morgen hiess es nach dem reichlichen Frühstück auf nach Nax zu den bekannten Ringkuhkämpfen. Es war für uns alle ein Erlebnis einmal die Atmosphäre dieser Kämpfe mitzuerleben. Nach den ersten Kämpfen wurde uns das Reglement in Deutsch erklärt, da wir nicht alle gleich gut Französisch verstanden. Sobald eine Kuh 3 Mal einen Kampf verloren hat oder sich von einer Gegnerin abgewendet hat, muss sie den Ring verlassen. Die übriggebliebenen sind für den Final qualifiziert. Um etwas Ordnung in den Ring zu bekommen, gibt es sogenannte Rabatteure. Sie sind verantwortlich, dass wenn 2 Kühe kämpfen sich keine 3. einmischt oder wenn die Jury zwei Kühe bestimmt, die gegeneinander kämpfen sollen, müssen sie versuchen sie näher zu führen. Leider zwang die Veranstalter ein Gewitter einen Unterbruch zu machen. Wir liesen uns aber die Stimmung nicht vermiesen und nahmen im Zelt das Mittagessen ein. Einige von uns führten interessante Gespräche mit Züchtern und stellten dabei fest, dass gute Kampfkühe sehr teuer sind.

 

Um 14.00 Uhr mussten wir uns wieder auf den Heimweg machen. Die Fahrt via Furkenpass-Oberalppass nach Chur wäre bei schönem Wetter sicher noch schöner gewesen. Wir bestaunten aber trotzdem eine schöne Landschaft oder holten etwas Schlaf nach. Um 20.30 trafen wir in Chur ein. Es waren alle müde, von der langen Fahrt und den vielen Eindrücken, aber ich behaupte, keiner hat es bereut an dieser Reise teilzunehmen.

 

Zum Schluss möchte ich unserem Präsidenten Hubert Schneider nochmals ganz herzlich für die super Organisation danken. Wir sind froh, dass es noch Leute gibt, wie ihn, die solche Arbeit nicht scheuen.

 

Für den Vorstand

Claudia Jäger